Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu typischen Erkrankungen von Schulter und Ellenbogen. Die Übersicht ersetzt jedoch kein persönliches Gespräch – sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Fragen haben.

Krankheitsbilder 

Tendinosis calcarea (Kalkschulter)

Was ist eine Tendinosis calcarea?
Die Tendinosis calcarea – umgangssprachlich oft Kalkschulter genannt. Dabei lagern sich Kalkkristalle in die Sehnen der Schulter ein. Häufig ist die Supraspinatussehne betroffen.

 

Welche Beschwerden treten auf?

Plötzlich einsetzende, sehr starke Schmerzen, oft nachts mit Bewegungseinschränkungen der Schulter.

Mitunter treten auch längere schmerzfreie Intervalle auf.

 

Muss ich operiert werden?
In den meisten Fällen nein. Oft baut der Körper den Kalk von selbst wieder ab.

 

Wie wird behandelt?

Schonung & Schmerzmittel gegen akute Beschwerden

Physiotherapie, um die Schulter beweglich zu halten

Stoßwellentherapie oder Injektionen zur Unterstützung des Heilungsprozesses

Operation nur, wenn Beschwerden über Monate bleiben oder Kalkdepots sehr groß sind. Über kleine Hautschnitte wird eine Kamera (Arthroskop) in das Schultergelenk eingeführt. Der Kalkherd wird gezielt eröffnet und abgesaugt.

 

Wie sind die Heilungschancen?

Sehr gut: In über 90 % der Fälle klingen die Beschwerden vollständig ab.

Geduld ist wichtig: Auch ohne Operation kann es mehrere Monate dauern, bis der Kalk abgebaut und die Schulter wieder schmerzfrei ist.

Nach Operation: Sehr gute Erfolgsaussichten, oft deutliche Schmerzlinderung schon in den ersten Wochen.

 

Zusammenfassung für Patienten:
Die Tendinosis calcarea ist unangenehm und oft sehr schmerzhaft – aber fast immer heilbar. In den meisten Fällen gelingt dies ohne Operation. Nur selten ist ein arthroskopischer Eingriff notwendig, um die Kalkherde zu entfernen. Mit der richtigen Behandlung stehen die Chancen auf eine vollständige Wiederherstellung der Schulterfunktion ausgezeichnet.

Rotatorenmanschettenläsion

Was ist das?
Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Sehnen, die das Schultergelenk stabilisieren und bewegen. Bei einer Rotatorenmanschettenläsion ist eine oder mehrere dieser Sehnen teilweise (Riss) oder vollständig (Ruptur)beschädigt. Ursache sind meist Verschleiß, altersbedingte Veränderungen oder seltner ein Unfall.

 

Wie verläuft die Erkrankung?

Teilrisse können manchmal stabil bleiben oder sich langsam vergrößern.

Komplette Risse heilen nicht von selbst zusammen – die Sehne zieht sich zurück.

Unbehandelt kann es zu dauerhaften Schmerzen, Kraftverlust und in schweren Fällen zu einer Schultereinsteifung (Pseudoparalyse) kommen.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Konservativ:

Schonung, Schmerzmittel, Physiotherapie zur Verbesserung von Beweglichkeit und Muskelkraft

Injektionen zur Entzündungshemmung

Operativ:

Bei anhaltenden Schmerzen, größer werdenden Rissen oder Funktionsverlust erfolgt eine arthroskopische Sehnennaht

Minimal-invasiv über kleine Schnitte, oft ambulant oder mit kurzem Klinikaufenthalt

 

Wie sind die Heilungschancen?

Teilrisse: Häufig gute Beschwerdelinderung auch ohne OP

Komplette Risse: Operation verbessert Schmerzen und Funktion in den meisten Fällen deutlich.

Nach erfolgreicher Naht und Physiotherapie können viele Patienten ihre Schulter wieder nahezu normal belasten.

 

Zusammenfassung für Patienten:

Eine Rotatorenmanschettenläsion ist ein Teil- oder Komplettriss der Schultersehnen. Teilrisse werden meist konservativ (Physiotherapie, Schmerzmittel) behandelt. Komplette Risse heilen nicht von selbst und werden oft arthroskopisch genäht. Die Prognose ist sehr gut: Mit der richtigen Therapie wird die Schulter meist wieder nahezu voll belastbar.

Frozen Shoulder (Schultersteife)

Was ist eine Frozen Shoulder?
Die Frozen Shoulder – medizinisch Adhäsive Kapsulitis – ist eine entzündliche Versteifung der Schultergelenkkapsel. Betroffene verspüren zunehmende Schmerzen und eine deutliche Bewegungseinschränkung.

 

Wie verläuft die Erkrankung?
Die Frozen Shoulder verläuft in 3 Phasen über oft 1–3 Jahre:

Schmerzhafte Phase – starke Schmerzen, besonders nachts.

Steife Phase – Schmerzen lassen nach, aber die Schulter wird zunehmend unbeweglich.

Lösungsphase – die Beweglichkeit kehrt langsam zurück.

Oft heilt die Erkrankung spontan aus, dauert aber lange und kann den Alltag erheblich einschränken.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Konservativ:

Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente

Entzündungshemmende Tablettenkur mit einem Kortisonpräparat

Physiotherapie (vorsichtig, um Schmerzen nicht zu verschlimmern)

Injektionen mit Kortison oder Hyaluronsäure

Bei Bedarf auch manuelle Therapie oder Stoßwellentherapie

 

Operativ:

Nur wenn Schmerzen und Steifigkeit trotz Therapie bestehen

Arthroskopische Lösung der Kapsel (Arthrolyse) und ggf. Dehnung in Narkose

 

Wie sind die Heilungschancen?
Sehr gut: Die meisten Patienten werden wieder nahezu schmerzfrei und erlangen eine gute Beweglichkeit zurück – ob mit konservativer Therapie oder nach einer OP.

 

Zusammenfassung für Patienten:

Die Frozen Shoulder ist schmerzhaft, aber fast immer heilbar. Mit Geduld, Schmerztherapie und Physiotherapie bessern sich die Beschwerden meist von selbst – nur selten ist eine Operation nötig.

Schulterinstabilität

Was ist eine Schulterinstabilität?
Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers – und dadurch anfällig für Luxationen (Auskugelungen). Bei einer Schulterinstabilität springt der Oberarmkopf aus der Pfanne oder droht immer wieder herauszuspringen. Ursachen sind meist Verletzungen (z. B. Sportunfall) oder eine angeborene Gewebeschwäche.

 

Wie verläuft die Erkrankung?
Nach der ersten Luxation kann die Schulter bei bestimmten Bewegungen oder Belastungen immer wieder auskugeln – besonders bei jungen, sportlich aktiven Patienten. Ohne Behandlung drohen Schmerzen, Unsicherheit und bleibende Schäden an Knorpel oder Sehnen.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Konservativ:

Physiotherapie zur Kräftigung der Schultermuskeln und Verbesserung der Stabilität

Sinnvoll bei leichter Instabilität oder Patienten mit geringer sportlicher Belastung

Operativ:

Bei wiederholten Luxationen oder deutlichen Schäden wird meist arthroskopisch stabilisiert (z. B. Labrumnaht, Kapselstraffung, ggf. knöcherne Rekonstruktion)

Ziel: dauerhafte Stabilität und Schutz vor Folgeschäden

 

Wie sind die Heilungschancen?

Nach OP: sehr gute Stabilität, Rückkehr zu Sport und Alltag oft problemlos

Ohne OP: erhöhtes Risiko für erneute Luxationen, besonders bei jungen Patienten

 

Zusammenfassung für Patienten:

Eine Schulterinstabilität bedeutet, dass die Schulter immer wieder auskugelt oder unsicher ist.

Physiotherapie hilft bei leichter Instabilität.

Operation bringt bei wiederholten Luxationen meist dauerhafte Stabilität.

Die Prognose ist sehr gut: Mit der richtigen Therapie kann die Schulter in den meisten Fällen wieder sicher und schmerzfrei bewegt werden.

Schultergelenksarthrose (Omarthrose)

Was ist das?
Bei der Schultergelenksarthrose verschleißt der Knorpel im Schultergelenk. Ursachen sind meist altersbedingter Verschleiß, frühere Verletzungen (z. B. Luxationen) oder chronische Schäden an der Rotatorenmanschette.

 

Wie verläuft die Erkrankung?
Die Arthrose entwickelt sich langsam. Anfangs treten Schmerzen nur bei Belastung auf, später auch in Ruhe und nachts. Die Schulter wird zunehmend steifer und kraftloser.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Konservativ:

Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente

Physiotherapie zur Beweglichkeitserhaltung

Injektionen (Kortison oder Hyaluronsäure)

Anpassung der Alltagsbelastung

Operativ:

Wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen trotz Therapie bestehen

Arthroskopische Glättung bei beginnender Arthrose

Bei fortgeschrittener Arthrose: Schulterprothese (anatomisch oder inverse Prothese, je nach Sehnenstatus)

 

Wie sind die Heilungschancen?

Konservative Maßnahmen lindern Beschwerden oft über Jahre

Nach Prothesenimplantation erreichen die meisten Patienten deutliche Schmerzlinderung und verbesserte Beweglichkeit

 

Zusammenfassung für Patienten:

Die Schultergelenksarthrose führt zu Schmerzen und Steifigkeit.

Anfangs helfen Physiotherapie, Injektionen und Schmerzmittel.

Bei starker Arthrose bringt eine Schulterprothese meist wieder Schmerzfreiheit und gute Beweglichkeit.

Die Prognose ist gut: Mit der richtigen Behandlung kann die Schulter langfristig entlastet und wieder beweglicher werden.

Tennis-Ellenbogen 
(Epicondylitis lateralis)

Was ist das?
Der Tennisellenbogen ist eine Reizung der Sehnenansätze am äußeren Ellenbogen. Verursacht wird er durch Überlastung der Unterarmmuskulatur – nicht nur beim Tennis, sondern auch bei handwerklichen oder einseitigen Tätigkeiten.

 

Wie verläuft die Erkrankung?
Typisch sind Druckschmerz am äußeren Ellenbogen, Schmerzen beim Greifen oder Heben – besonders bei gestrecktem Arm. Der Verlauf ist meist langwierig, aber gutartig: In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden innerhalb von Monaten.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Konservativ:

Schonung, ggf. temporäre Ruhigstellung

Physiotherapie, Dehnübungen und exzentrisches Training

Stoßwellentherapie, Kälte- oder Ultraschallbehandlung

Injektionen (z. B. mit Kortison oder PRP) bei stärkeren Beschwerden

Operativ:

Nur bei anhaltenden Beschwerden über viele Monate

Entfernung des schmerzhaften Sehnenanteils, meist minimal-invasiv

 

Wie sind die Heilungschancen?

In über 90 % der Fälle helfen konservative Maßnahmen

Nach OP meist dauerhafte Beschwerdefreiheit mit kurzer Rehabilitationszeit

 

Zusammenfassung für Patienten

Der Tennisellenbogen ist eine schmerzhafte, aber meist gut heilbare Überlastungserkrankung.

Mit Physiotherapie, Stoßwelle oder Injektionen bessert sich der Zustand oft innerhalb weniger Monate.

Nur selten ist eine Operation nötig – dann aber mit sehr guten Erfolgsaussichten.

Mit der richtigen Behandlung wird der Arm wieder voll belastbar.

Golfer-Ellenbogen (Epicondylitis medialis)

Was ist das?
Der Golferellenbogen ist eine Reizung der Sehnenansätze an der Innenseite des Ellenbogens, wo die Beugemuskeln des Unterarms ansetzen. Die Ursache ist meist eine dauerhafte Überlastung – nicht nur beim Golf, sondern z. B. auch durch handwerkliche Tätigkeiten oder häufiges Heben.

 

Wie verläuft die Erkrankung?
Typisch sind Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens, besonders beim Greifen, Tragen oder bei Druck auf die betroffene Stelle. Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend und können monatelang anhalten.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

 

Konservativ:

Schonung, evtl. Bandagen zur Entlastung

Physiotherapie, Dehnübungen, Kräftigung

Injektionen (z. B. Kortison oder PRP), Stoßwellentherapie oder manuelle Therapie

 

Operativ:

Nur bei lang anhaltenden Beschwerden trotz konservativer Behandlung

Minimalinvasive Entfernung des gereizten Sehnengewebes und ggf. Sehnennaht. Manchmal ist auch die Freilegung des N. ulnaris ("Musikantenknochen") notwendig.

 

Wie sind die Heilungschancen?

Sehr gut mit konservativer Therapie bei konsequenter Durchführung

Nach Operation meist dauerhafte Schmerzlinderung und Wiederherstellung der Belastbarkeit

 

Zusammenfassung für Patienten

Der Golferellenbogen ist eine schmerzhafte Sehnenreizung an der Ellenbogeninnenseite durch Überlastung.

Physiotherapie, Stoßwelle und Injektionen helfen in den meisten Fällen gut.

Eine Operation ist selten nötig, aber sehr erfolgreich, wenn sie erforderlich ist.

Mit Geduld und gezielter Therapie wird der Arm meist wieder voll belastbar.

Ellenbogensteife bei Früharthrose

Was ist das?
Bei einer Früharthrose im Ellenbogen kommt es durch Knorpelverschleiß und Gelenkveränderungen zu einer zunehmenden Bewegungseinschränkung. Ursachen sind oft frühere Verletzungen, Überlastung oder auch entzündliche Veränderungen.

 

Wie verläuft die Erkrankung?
Die Beweglichkeit nimmt schleichend ab, oft verbunden mit Schmerzen bei Belastung oder am Bewegungsende. Frühzeitig bestehen meist noch gute Gelenkflächen – aber freie Gelenkkörper, Knochensporne oder Kapselverklebungen führen zur Einsteifung.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Konservativ:

Physiotherapie zur Mobilisierung

Schmerzmittel, ggf. Injektionen

Ziel: Beweglichkeit erhalten und Beschwerden lindern

Operativ:

Bei anhaltender Bewegungseinschränkung und Schmerzen

Arthroskopische Gelenktoilette (Entfernung von Knochenspornen, freien Gelenkkörpern, Lösung der Kapsel)

In fortgeschrittenen Fällen ggf. offene Operation zur Bewegungserweiterung

 

Wie sind die Heilungschancen?

Früh erkannt, kann die Bewegung meist deutlich verbessert werden

Ziel ist die Schmerzlinderung und Wiederherstellung funktioneller Beweglichkeit

 

Zusammenfassung für Patienten

Eine Ellenbogensteife bei Früharthrose entsteht durch erste Verschleißzeichen im Gelenk. Mit Physiotherapie und Schmerztherapie lässt sich oft eine Besserung erreichen. Wenn nötig, kann eine arthroskopische Operation die Beweglichkeit deutlich verbessern.

Frühe Behandlung hilft, die Funktion des Ellenbogens langfristig zu erhalten.

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